Färben mit Amarant

Im Garten wächst derzeit eine Menge Roter Amarant (Rispenamarant, Amaranthus cruentus x powellii), der zum Färben geeignet ist. 

Roter Amaranth

Amarant enthält Amaranthin, einen purpurfarbenen Betalain-Farbstoff, verwandt mit dem in der Roten Bete. Der Farbstoff löst sich in kaltem, mit Essig angesäuertem Wasser gut aus den Pflanzenteilen. Leider ist diese Farbe nur wenig lichtecht.

Der Farbstoff des Amarants zersetzt sich bei höheren Temperaturen, Wolle muß man daher kalt färben. Dafür werden die Pflanzen klein geschnitten, für 100 g Wolle habe ich 2 große Pflanzen genommen, und in 5 l Wasser und 250 g 25%iger Essigessenz angesetzt. Eine Vorbeize der Wolle ist nicht notwendig. Die Wolle (Sockenwolle, superwash) habe ich gleich mit in den Topf gelegt, die Pflanzenreste lassen sich nach dem Färben gut ausschütteln.

Amaranthfärbung

Danach heißt es Geduld haben, der Topf stand 5 Tage lang bei Raumtemperatur, bis sich der Farbton auf der Wolle nicht mehr geändert hat. Die Wolle wurde täglich gewendet, nach dem Färben gut gespült und im letzen Spülbad mit Essig abgesäuert.

Eine Lichtechtheitsprobe werde ich noch machen, mal sehen, wie lange das schöne Pink so bleibt.

Die Kermesbeere im Garten ist auch fast reif, sie enthält ebenfalls einen Farbstoff aus der Betalain-Gruppe und ist der nächste Kandidat für einen Färbeversuch dieser Art.

Kermesbeere

Webtechniken

Dem Blog habe ich heute einen neuen Unterpunkt „Südamerikanische Webtechniken“ hinzugefügt.

Hier möchte ich nach und nach Techniken vorstellen, die mir besonders aufgefallen sind oder über die noch nichts, vor allem nichts deutschsprachiges,  veröffentlicht ist. Die Beschreibungen sind aus der Sicht einer Praktikerin und haben keinen wissenschaftlichen Anspruch.

Für konstruktive sachliche Hinweise zu Fehlern in meinen Texten oder für weitere Informationen zu den beschriebenen Techniken bin ich sehr dankbar.