Webtechniken

Dem Blog habe ich heute einen neuen Unterpunkt „Südamerikanische Webtechniken“ hinzugefügt.

Hier möchte ich nach und nach Techniken vorstellen, die mir besonders aufgefallen sind oder über die noch nichts, vor allem nichts deutschsprachiges,  veröffentlicht ist. Die Beschreibungen sind aus der Sicht einer Praktikerin und haben keinen wissenschaftlichen Anspruch.

Für konstruktive sachliche Hinweise zu Fehlern in meinen Texten oder für weitere Informationen zu den beschriebenen Techniken bin ich sehr dankbar.

Baltische Bänder crossover

Nachdem sich Anfang des Jahres nur sehr wenige Teilnehmer zum Weben mit dem backstrap loom eingefunden hatten und der geplante Spinnkurs mangels Nachfrage ausfiel, wollte ich eigentlich keine Webkurse mehr anbieten. Sachen, die etwas länger dauern, sowohl zu lernen als auch dann auszuführen, widersprechen scheinbar dem Zeitgeist und sind nicht von großem Interesse.

Nun ist doch noch ein Kurs zum Thema Baltische Bänder geplant, er findet Ende Januar im Museum „Die Weberei“ in Oederan statt.

Da ich die Einlesemuster schon vor längerem gelernt habe und nicht mehr viele Bänder davon vorhanden waren,  musste ich jetzt also ein paar neue machen. Hier einige aus Baumwoll-Häkelgarn mit Mustern aus Südamerika und Europa:

Baltic pickup bands

Traditionell sind die Bänder aus Leinen für die Ränder und den Hintergrund sowie aus  Wolle für die Musterfäden. Rote Wolle 30/2 hatte ich noch da und diese doppelt genommen (verzwirnt) als Musterfaden auf einer Leinenkette Nm 30/3 verwendet. Das Muster besteht aus einer (Kartoffel-)Blüte aus Peru und einem europäischen Flechtmuster.

Flowers and Plaits in progress

Wolle und Leinen verhaken sich gern miteinander, deshalb hält eine coil rod (oberes Bildende) die Kettfäden auseinander. Die Astgabel ist ein etwas rustikaler Ersatz für die Kreuzstäbe und soll nur zeigen, daß man auch ohne Kamm oder Inkle Loom, mit Stöckchen vom nächsten Strauch,  solche Bänder weben kann.

Das Probeband für das Leinen- und Wollgarn verziert jetzt einen Werkzeugbeutel.

Toolbag

An den baltischen Mustern liebe ich, daß es durch die regelmäßig zwischen den Musterfäden erscheinenden Fäden des Grundgewebes gut ersichtlich ist, wo es in der nächsten Reihe mit dem Muster weitergeht und man sich wiederholende Abschnitte gut von den schon gewebten ablesen kann und nicht immer auf die Vorlage sehen muß.

Das funktioniert auch bei der dreifarbigen litauischen Technik und so geht es mit diesem Gürtel gegenüber einem mit nur Komplementärmustern flott voran.

Belt Chili

Das was nicht so schnell geht und wo ich erst einmal eine halbe Stunde weben muß, um in einen Rhythmus zu kommen, hebe ich mir für den nächsten Winter auf. Die Kette ist 40 cm breit und besteht aus doppelt genommener Wolle Nm30/2. Diese dünnen Fäden beim Fachwechsel nicht zu zerreißen ist eine Herausforderung, aber mit Geduld funktioniert es.

Rot und Schwarz Anfang bearbeitet Kopie

 

 

Bruder Murúas Rätsel

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel von Lynn Meisch im Natural History Magazine. Sie beschrieb Forschungsarbeiten zu einem Webmotiv auf sogenannten Fajas de Sara, das in Peru von der Zeit der Inkas bis jetzt benutzt wird. Erstmalig dokumentiert wurde es im 16. Jahrhundert zur spanischen Kolonialzeit vom Missionar Martín de Murúa, allerdings in einer sehr kryptischen Form. Im Artikel sind die Motive in einem Fundstück aus der Inka-Zeit und in Gürteln aus der heutigen Zeit abgebildet.

Irgendwo hatte ich das schon gesehen. Laverne Waddington hatte 2016 in ihrem Blog eine Weberin aus San Ignacio de Loyola (Peru) abgebildet, die Gürtel mit eben diesem Motiv und vielen Litzenstäben anfertigt.

Also versuchte ich, mit Hilfe des o.g. Artikels und den Fotos darin aus Murúas Zahlen und Buchstaben einen Webbrief zu machen. Das hatte laut Artikel  zwar die Wissenschaftlerin Sophie Desrosiers vor Jahren schon getan, eine Veröffentlichung konnte ich jedoch nicht finden. Das Muster war zunächst völlig verschoben und hatte nur in Ansätzen etwas mit dem auf den Gürteln gemeinsam. Mit einem Hinweis aus Lavernes Blog, daß die Weberin eine Intermesh-Technik benutzt und einer Vergrößerung der Artikelfotos fügte sich dann alles zusammen.

 

Sara Belt Rekonstruktion

Buntes Acrylgarn, wie es in Peru heute benutzt wird,  war schnell beschafft und nachgezwirnt, so daß ich das Muster auf einer kurzen Kette zunächst probehalber ohne die vielen Litzenstäbe von Hand – nur mit den zwei Intermesh-Reihen in Litzen – eingelesen habe. Daraus ist (mal wieder) ein Backstrap entstanden.

Sara Backstrap 1

Frech geworden wollte ich es nun wissen. Also 3 m Kette geschärt und 14 Litzenstäbe angebracht! Mir grauste es ein wenig vor dem Öffnen der Fächer mit den entfernt liegenden Litzenstäben, das geht aber besser wie gedacht.

Sara Belt Kette

 

Das Motiv (Sara – Quechua für Mais) wird von Textilhistorikern als Maiskörner interpretiert, die gerade austreiben und bewässert werden. Die Gürtel mit dem Sara-Motiv wurden bei Feierlichkeiten und religiösen Handlungen der Inkas bei der Aussaat von Mais getragen.

Das nachfolgende kurze Video zeigt das Weben eines solchen Bandes mit 14 Litzenstäben. 

Mehrfarbig – mit und ohne Plan

Im backstrapweaving-Forum auf Ravelry habe ich vor zwei Wochen einen Hinweis auf eine sehr interessante Anleitung von Annie MacHale zum Weben dreifarbiger Muster gefunden. Sie hat einseitige dreifarbige Webmuster von litauischen Gürteln analysiert und herausgefunden, wie diese gewebt werden. Der Einzug für diese Muster kam mir bekannt vor. Ich habe eine Manta aus dem Gebiet um Lares / Peru, bei der die Kette für  ein dreifarbiges Komplementärmuster auf genau diese Art geschärt war. Dieses Muster konnte ich jedoch bisher nicht weben.

Einzug dreifarbig Kopie  Musterbereich in Leinenbindung

chilli-chilli-dreifarbig-kopie.jpg

dreifarbiges Muster mit diagonalem Farbverlauf

Annies Anleitung ist für Muster, die nicht komplementär sind. Die Unterseite zeigt das melierte Grundgewebe und in den Musterbereichen ist der Schußfaden sichtbar.

Es war jedoch nicht schwierig herauszufinden, wie man das Muster (so wie in der Manta) auch auf die Unterseite bekommt.

Hier die Bilder vom nachgewebten Muster, Vorder- und Rückseite:

Das ist die Weberei „ohne Plan“ 😉 . Es ist nur schwer möglich, diese Muster in einem Webbrief so aufzuzeichnen, daß das Ganze nicht verwirrend ist. Das Muster lebt von den Flottierungen, das Hintergrundgewebe ist durch sie verdeckt. Natürlich kann man es fadengenau – für jeden Faden ein Kästchen – darstellen, bekommt aber dann durch das Hintergrundgewebe eine Ansammlung bunter Kleckse, die einen vor allem dann durcheinanderbringt, wenn man versucht, wie bei pebble weave  zu zählen. Wenn man den Aufbau der Muster einmal verstanden hat, kann man problemlos nach Foto oder einem fertigen Stück Stoff als Vorlage weben.

 

Mit drei Farben ist aber noch mehr möglich. In (1)  und (2) sind einige Arten beschrieben.

Zunächst das nicht komplementäre dreifarbige pebble-weave Muster (analog Band 15 in (1)). Dieses ist einseitig, die Unterseite zeigt das Muster nicht klar, dafür ist es nicht so schwierig zu weben.  Das Muster ist von einem Foto eines präkolumbischen Textils der Sammlung der Universität Erlangen (aus einer Veröffentlichung über experimentelle Archäologie) abgezeichnet.

Fisch dreifarbig Vorderseite Vorderseite

Fisch dreifarbig Rückseite Rückseite

Fisch Webbrief Webbrief

Das angefangene Muster im oberen Teil des Bandes ist komplementär analog der Beschreibung für Band 17 in (1) gewebt. Hier handelt es sich schon um eine spezielle Art Doppelgewebe, das Muster erscheint gegengleich auf Vorder- und Rückseite. Diese Webart ist deutlich schwieriger, da für das Muster auf der Unterseite ein zweites Fach in den richtigen Farben gebildet werden muß.

In (2) ist das Weben doppelseitig komplementär gemusterter  Textilien mit noch mehr Farben beschrieben, hier ein Beispiel mit vier Farben:

 

Das mittlere Bild zeigt alle 8 möglichen Farbvarianten. Das Schären der Kette und das Anbringen der Litzen braucht viel Zeit, das Weben geht durch die doppelte Fachbildung und das Einlesen der Muster sehr langsam. Die unteren zwei Bilder zeigen gegenüberliegende unterschiedliche Motive auf Vorder- und Rückseite des Bandes, die Stecknadel dient als Anhaltspunkt. Auch das ist möglich, es ist einfacher, als die in (2) beschriebene komplizierte Technik, dauert aber.

Auf einer Webseite habe ich ein im Original dreifarbiges Muster einer mythischen Figur auf einer Ch’uspa (Tasche für Kokablätter) gefunden. Die Tasche ist aus präkolumbischer Zeit – Chimu- oder Chancay-Kultur – und in der Art des oben gezeigten einseitigen Fischmusters gewebt.

Ich habe daraus ein vierfarbiges Muster gemacht, bei dieser Breite kann man in der Stunde maximal 2 bis 3 cm weben.

 

Frog front Kopie 2 Vorderseite

 

Frog back Kopie 2 Rückseite

 

Frosch 84MF Kopie  Webbrief

 

(1)  „The Art of Bolivian Highland Weaving“ von Adele Cahlander und Marjorie Carson;  1976

(2) „Double-Woven Treasures from Old Peru“ von Adele Cahlander und Suzanne Baizerman; 1985

Färbefest 2018

Dieses Jahr fand am 25. August in Neckeroda / Thüringen das 20. Färbefest statt. Das im 13. Jahrhundert gegründete Dorf im Weimarer Land ist von drei Seiten mit einer Wallanlage aus dem 17. Jahrhundert umgeben und wirkt daher sehr in sich geschlossen.  Auf den Straßen im Ortskern und in privaten Höfen wurden handwerklich hergestellte Dinge verkauft, Handwerk vorgeführt und Musik gemacht.

Blick ins Dorf

Viele Eigentümer pflegen und erhalten die alte Bausubstanz.

Fachwerkhaus

Im Ort befindet sich ein Färbezentrum, der hier ansässige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Färben mit Pflanzen wiederzubeleben und vor dem Vergessenwerden zu bewahren. Vor der massenhaften Einführung des Indigo aus Kolonien nach Europa war Thüringen ein Zentrum des Anbaus von Färberwaid.

Die Handspinngilde war auch wieder vor Ort, um das alte Handwerk des Spinnens mit Spinnrad und Handspindel vorzuführen.

Handspinngilde Vorfuehrung

Dazu hatte ich noch eine kleine Ausstellung mit pflanzengefärbter Wolle, handgesponnenem Webgarn und einigen auf dem backstrap loom gewebten Sachen  gemacht.

Ausstellung Maja

Da das Wetter nicht schlecht war, bin ich mit der angefangenen Tasche aus Wolle auf dem Gurtwebgerät rausgegangen und habe ein Stück gewebt. Viele Leute waren sehr neugierig und erstaunt, daß man auch ohne großen Aufwand Muster weben kann. Einige wenige hatten diese Technik während einer Reise durch Peru schon gesehen.

Es gab auch Kommentare, bei denen ich mir einen passenden Spruch sehr verkneifen mußte: „Mutti, was macht die Frau?“ „Sie strickt.“ oder „Was für eine Strafarbeit!“ oder „Wenn ich das eine halbe Stunde machen müßte, könnten sie mich in die Klapsmühle bringen!“

Bei vielen überwog dann aber das Entsetzen, wie lange das Weben auf diese Weise dauert. Einige fingen an zu rechnen, was das dann kosten würde.

So ist der Zeitgeist.

 

Festes Garn

Eine kleine Tasche, die seit dem Weberforum in Oederan im Juni angefangen herumlag, ist endlich fertig geworden. Eigentlich webe ich nicht so gern mit einem so dicken Baumwollgarn (Carina von G-B-Wolle), aber ich wollte beim Weberforum einigen Leuten zeigen, wie die doppelseitigen Muster gebildet werden und bei stärkerem Garn  ist gut zu sehen, was man mit den Fäden macht.

kleine Taschekleine Tasche mit Mass

Die Tasche ist ausgehend von beiden Anfangsfäden auf dem backstrap loom gewebt, der in der Mitte übrig gebliebene ungewebte Teil wurde zu den Fransen gedreht. Die Anfangsfäden und die Knoten für die Farbwechsel sind unter dem Einfaßband aus Wolle verborgen. Das Henkelband wurde mit 3 Litzenbündeln und 1 Fachschlinge gewebt.

Das Ganze ist ein Test für eine ähnliche Tasche aus selbst gesponnenem Garn (letztes Bild im vorigen Post), wo ich nichts von der Kette verschwenden möchte.

Webgarn zwirnen

Voriges Jahr war ich mit der Handspinngilde in Neckeroda / Thüringen zum Färbefest. Dafür hatte ich eine ganze Menge Kammzug mit Pflanzenfarben gefärbt und diesen im vorigen Winter gesponnen. Das Spinnen mache ich gerne, das Zwirnen auf dem Spinnrad bei 400 bis 600 m Lauflänge / 100 g nicht so sehr. Ein ewiges Getrampel, trotz Doppeltritt und 1:20 Übersetzung, da das Garn zum Weben von Kettrips sehr fest sein muß.

Webgarn Naturfarben

mit natürlichen Farben gefärbtes Webgarn

 

Also mal sehen, was die Schrottkiste so hergibt, um den Spinnflügel vom Spinnrad anzutreiben. Einen alten Akkuschrauber und einen Halogentrafo mit 12 V. Die Spannung war zu hoch, der Motor lief zu schnell, also 5V-Regler und Kühlkörper dazu – passt. Der Schalter vom Akkuschrauber war auch noch da, schön, damit der Motor nicht so schnell anläuft. Auf den Motor kam eine kleine Riemenscheibe (Rolle für Gardinenschnur), ein Stück Polycord-Antriebsband vom Spinnrad verbindet Motor und Spinnflügel. Die Halter für den Spinnflügel und dieser selbst können mit wenigen Handgriffen auf das Spinnrad zurückgebaut werden.

Die Verdrahtung sieht wild aus, aber es funktioniert gut und es liegen keine Drähte mit gefährlicher Spannung frei.

Gezwirnt werden kann jetzt in der Hälfte der Zeit.

 

Elektrospinner

Elektrospinner aus dem, was gerade da war

Detail Pedal

Pedal mit Schalter vom Akkuschrauber

 

Gewebt sieht das Garn dann so aus, die grünen Flächen haben ein Spinnrichtungsmuster, es wechseln sich hier jeweils 6 x 5 Fadenpaare mit unterschiedlicher Spinn- und Zwirnrichtung ab und erzeugen ein  Muster, was auf den ersten Blick trotz der Leinwandbindung ähnlich wie ein Köper  ausssieht.

Tasche Naturfarben

traditionelle südamerikanische Muster mit handgesponnenem Garn

Material und Anleitungen

Anleitungen möchte ich hier keine veröffentlichen, da es dazu zahlreiche Literatur,  Blogbeiträge und Videos gibt.

Die für mich beste Seite ist die von Laverne Waddington, zwei Bücher von ihr sind ins Deutsche übersetzt worden und sehr zu empfehlen. Ich habe selbst mit Lavernes Anleitungen gelernt und bin ihr sehr dankbar für ihre ausführlichen und anschaulichen e-Books und Videos. Auf Ravelry gibt es eine englischsprachige Gruppe zum Thema.

Wer sich keinen backstrap loom selbst bauen will:  auf Etsy findet man fast alles 😉.

Die Holzteile für das Webgerät auf dem Foto unten habe ich in ca. 2 Stunden angefertigt, es ist nicht schwierig.

Gürtel 86MF Kette

Kette aus Baumwollgarn 10/4 auf einem selbst gebauten Gurtwebgerät

Am Anfang nimmt man am besten glattes festes Baumwollgarn, zum Beispiel Häkelgarn Nr. 10 oder mercerisiertes Baumwollgarn NeB 10/4. Da man meistens Kettrips webt, ist Strickwolle eher nicht geeignet, da die Fäden sehr aneinander hängen und die Fachbildung schwer machen. Garn aus Wolle oder Polyacryl kann man aber auf dem Spinnrad fester zwirnen und dann gut verwenden.

Wolle Ausschnitt

Kette aus fest verzwirnter Wolle

Langsam weben

Langsam weben.

Auf zwei Stäben.

Warum, zum Teufel, tut man sich das an? Es gibt doch so schöne Handwebstühle mit unzähligen Möglichkeiten. Technisch ausgereift, leicht zu bedienen, teuer zwar, aber es ist doch nur ein Hobby, man gönnt sich etwas Gutes, indem man so ein Ding kauft. Wirklich?

Der Blick in Länder außerhalb Europas zeigt: es geht auch anders. Textilien mit einer Mustervielfalt, deren Herstellung selbst auf einem Webstuhl  mit 16 Schäften unmöglich ist, werden seit Jahrhunderten in Mittel- und Südamerika sowie in Südostasien auf dem einfachen Gurtwebgerät (backstrap loom) angefertigt.

Die Dinge, die man für das Webgerät braucht, wachsen am Wegrand oder liegen im Gerümpel. Ein paar Haselstöcke in verschiedenen Stärken, einige alte Brettchen für die Webschwerter, eine dicke Schnur für den ersten Gurt, mehr braucht es nicht.

Nur Geduld, die sollte man reichlich haben. Denn hier geht nichts, aber auch gar nichts, schnell. So wird es HAND-WERK in seiner ursprünglichen Form: Entwurf und Ausführung sind in einer Hand vereint, die Weberin bestimmt, was gerade jetzt entstehen soll, nicht eine Maschine. Statt nur intelligenter Antrieb für ein technisches Gerät zu sein, wird man selbst ein Teil des erstaunlich simplen Webgeräts.

Dafür hat man immer jeden einzelnen Faden im Griff, kann während des Webens das Muster und den Mustertyp wechseln und in einer Komplexität weben, die mit einem europäischen Handwebstuhl rein über Einzug und Trittfolge unmöglich ist.

Selbstverständlich ist das nicht dazu gedacht, „Meter zu machen“. Wer größere Mengen gleichförmiges Gewebe benötigt, wird zum Trittwebstuhl greifen. Für kleine, möglicherweise stark gemusterte Einzelstücke, vom schmalen Band bis zur Größe einer Decke, und um das vorhandene Garn fast ohne Verluste nutzen zu können, ist das Gurtwebgerät in meinen Augen die bessere und preiswertere Lösung.

Gürtel 86MF

Neugierig?